Wir wissen bereits, was der Leerlauf eines Transformators ist. Nun stellen wir Ihnen den Lastbetrieb des Transformators genauer vor.
Unter der Annahme, dass die Belastung des Transformators innerhalb der zulässigen Grenzen liegt, kann festgestellt werden, dass der Magnetisierungsstrom I0 unverändert bleibt, da er hauptsächlich von Xμ und RFe abhängt (Xμ und RFe >> XΦ1 und R1). Es tritt jedoch ein zusätzlicher Laststrom I’2 auf, der Spannungsabfälle an den Widerständen der Wicklungen (die sogenannten Kupferverluste) und an den Streureaktanzen hervorruft. Diese Spannungsabfälle bewirken, dass die Spannung an den Klemmen der Sekundärseite niedriger ist als im Leerlauf des Transformators und ihren Nennwert beim Sekundär-Nennstrom des Transformators erreicht.
Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass die Nennspannung der Sekundärseite die niedrigste zulässige Spannung an den Sekundärklemmen des Transformators darstellt, unter der Voraussetzung, dass die Primärseite mit der primären Nennspannung gespeist wird und im Transformator die Nennströme fließen.
Mit anderen Worten: Der Transformatorenhersteller muss gewährleisten, dass unter Nennlastbedingungen die Spannung an den Ausgangsklemmen nicht unter der Nennspannung liegt. Denn nur dann kann der Transformator die Nennleistung an den Verbraucher abgeben.


