Wir haben bereits darüber geschrieben, was der Leerlauf eines Transformators ist, und uns eingehend mit seinem Lastbetrieb befasst.
Nun widmen wir uns einer weiteren Eigenschaft – wir stellen den Kurzschlussversuch am Transformator vor.
Der Kurzschlussversuch am Transformator ist ein Betriebszustand, bei dem der Transformator mit einer solchen Spannung gespeist wird, dass auf der kurzgeschlossenen Sekundärseite der Nennstrom fließt.
Die Speisespannung in diesem Zustand, die sogenannte Kurzschlussspannung, ist sehr klein und erreicht Werte von wenigen bis zu über zehn Prozent der Nennspannung. Bei einer derart niedrigen Speisespannung sind der Magnetisierungsstrom des Kerns sowie der für die Eisenverluste verantwortliche Strom im Vergleich zum Nennstrom der Sekundärseite vernachlässigbar klein. Somit spielen in diesem Zustand die Verluste in den Wicklungswiderständen und den Streureaktanzen die entscheidende Rolle. Ein Maß für eben diese Verluste ist die Höhe der Kurzschlussspannung, die als einer der Parameter des Transformators eine näherungsweise Bestimmung der Strom-Spannungs-Kennlinie ermöglicht. Die Kurzschlussspannung erlaubt es zudem, die Möglichkeit eines Parallelbetriebs von Transformatoren zu überprüfen.
Das Ersatzschaltbild für den Kurzschlussversuch zeigt die folgende Grafik:




